Re: Netz-Sperren: Online-Petition gegen Sperrlisten
Di 12. Mai 2009, 08:35
Die Demokratie, werter Palpatine, hat in diesem Land bereits vor vielen Jahren versagt.
Bitte versteht mich nicht falsch, ich glaube an die Idee der Demokratie, ich glaube daran, das etwas daran richtig ist und funktioniere kann.
ABER ich bin alt genug um mich an eine Amigoaffäre zu erinnern, um die verständnislos und ungläubig vor einem TV gesessen zu haben als von Barschels Selbstmord gesprochen wurde, um mich daran zu erinnern das ein Dr. h.c. Helmut Kohl vor einem deutschen Gericht die Aussage in einer seine Partei betreffenden Spendenaffäre verweigert und mit einer relativ lächerlichen Strafe in Höhe von 50.000 Euro davonkommt... und diese Partei stellt wieder die Regierung.
Auch war ich in Wackersdorf, am ersten Mai in Hamburg, habe gegen NPD und DVU friedlich demonstriert und dafür einiges von der Staatsgewalt abbekommen. Ich bin berechtigt und unberechtigt in Zellen aufgewacht...
Und in all den Jahren habe ich eines gelernt:
RECHT und GERECHTIGKEIT sind so weit voneinander entfernt, wie Merkur und Pluto.
Re: Netz-Sperren: Online-Petition gegen Sperrlisten
Do 14. Mai 2009, 20:10
*seufz* Ja, die Politik......über die red ich allgemein nicht, das bringt nichts, nur Ärger... An die Demokratie glaub ich auch, daran, dass man sie vollkommen durchsetzen kann, nicht.
Re: Netz-Sperren: Online-Petition gegen Sperrlisten
Fr 19. Jun 2009, 13:21
Schön, dass hier über solche Themen geredet wird. Ich begrüße diese Art der Weiterbildung.
Jedenfalls wird unsere Freiheit in gewissem Maße eingeschränkt und der Willkür der Behörden die Tür weiter geöffnet. Ja es muss Stimmen gegen diese Gesetze geben, aber wenn ich höre mit was für Argumenten dagegen gestimmt wurde, packt mich die Wut. Ich zitiere aus der Süddeutschen Zeitung "Dem Bürger wird vorgeschrieben, was er sehen darf und was nicht. Dies schränkt ihn nicht nur in seiner Selbstbestimmung, sondern auch in seiner Freiheit ein. Es ist ein Verstoß gegen die Freiheitsrechte" der Politiker dieser Aussage wurde nicht genannt. Überlegen diese Leute eigentlich, wenn sie das Maul auf machen? Hochdiplomierte und angeblich äußerst gebildete Leute bilden unsere Politiker, doch was ist dies alles Wert, wenn sie den Bezug zur Realität und gesundem Menschenverstand verlieren!
CDU-Politiker bekräftigt Forderung nach Ausweitung der Netz-Sperren
Einzig und allein zur Bekämpfung von Kinderpornografie sei das Zugangserschwerungsgesetz gemeint, beteuerten Regierungsvertreter noch in der Debatte vor der Abstimmung. Wenige Stunden später preschte ein CDU-Abgeordneter vor: Eine Ausweitung auf sogenannte Killerspiele werde "ernsthaft geprüft".
Re: Netz-Sperren: Online-Petition gegen Sperrlisten
Fr 19. Jun 2009, 13:45
Es gibt immer einen, der um des reinen Effektes Willen den Mund aufmacht. Wir in Bayern hatten und haben da ja sehr prominente Beispiele:
Gauweiler mit seinen Lagern für HIV Erkrankte oder Söder mit seinem Vorschlag JEDEN Straffällig gewordenen Mitbürger mit Migrationshintergrund auszuweisen, selbst beim kleinsten Delikt und auch dann wenn er schon die deutsche Staatsbürgerschaft hat...
Re: Netz-Sperren: Online-Petition gegen Sperrlisten
Fr 19. Jun 2009, 14:09
Dieser Absatz war ja so vorhersehbar:
Von CDU- wie SPD-Seite hatte es vor der Verabschiedung noch einmal Versicherungen gegeben, das Gesetz sei nur zu diesem Zweck geschaffen worden und ausdrücklich nicht, um auch auf andere Themenbereiche angewandt zu werden. Auf SPIEGEL ONLINE hatte der medienpolitische Sprecher der SPD, Martin Dörmann, Anfang der Woche allerdings eingestanden, dass es hierüber keine Sicherheit geben könne: Gesetze ließen sich von zukünftigen Regierungen immer ändern.
Was zumindest Thomas Strobl nicht fernläge, wie er dem "Kölner Stadtanzeiger" nun erneut erklärte: "Wir prüfen das ernsthaft. Wir gehen nach Winnenden nicht zur Tagesordnung über. Wenn es einen Nachweis gibt, dass sich Killerspiele negativ auf das Verhalten Jugendlicher auswirken, dann kann das Internet kein rechtsfreier Raum sein."
Re: Netz-Sperren: Online-Petition gegen Sperrlisten
Fr 19. Jun 2009, 14:30
Noch ein auszug aus dem Artikel, fals er euch zu lange ist:
Sogenannte Killerspiele werden in den letzten Jahren nach Gewalttaten von Jugendlichen gern als ursächlich genannt. Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse über einen kausalen Zusammenhang gibt es hier entgegen anderer Behauptungen jedoch nicht: Entsprechende Studien widersprechen sich. Das Thema ist auch unter Fachleuten heiß umstritten: Dass gewaltbereite Jugendliche auch gewalthaltige Spiele und Filme konsumieren, ist Konsens. Eine Gewalt hervorbringende Wirkung wird jedoch in Anbetracht von Millionen friedlicher Jugendlicher, die solche Spiele spielen, stark bezweifelt.
"Rechtsfrei" ist das Internet in Bezug auf indizierte Spiele in keiner Weise: In Deutschland greift ein System der Altersfreigaben, indizierte Spiele landen auf legalen Wegen erst gar nicht auf dem Markt. Bei den in der Diskussion immer wieder genannten Spielen geht es jedoch zum Teil um Titel, die in Deutschland mit oder ohne Jugendfreigabe zu haben sind. Damit geht es also eigentlich nicht darum, den Zugang zu illegalen Inhalten zu unterbinden, sondern um eine Verschärfung der Kriterien für Jugendfreigaben und damit verbundene Verbote. Das wegen seiner Bekanntheit in öffentlichen Diskussionen immer wieder genannte "Counter-Strike" hat in Deutschland eine Altersfreigabe ab 16 Jahren.
Die Diskussion um solche Fragen ist Jahrzehnte alt: Vor elektronischen Spielen waren es Videos, die nach Amokläufen regelmäßig als angeblich ursächlich in die Diskussion gebracht wurden. Als Hauptverdächtige für die Verursachung von Amokläufen galten in den Achtzigern und Neunzigern Filmfiguren wie Rambo oder die Horror-Figur Chucky. Auf dem Höhepunkt der damaligen Debatte machte sich der damalige US-Präsident Bill Clinton vergeblich für eine Zensur von Hollywood-Produktionen stark.
Die andere Seite der Debatte um diese Fragen dreht sich um das Waffenrecht: Das Recht über die Haltung von Waffen in Privathaushalten wurde ebenfalls am Donnerstag vom Bundestag verschärft. Künftig müssen Waffenbesitzer mit stichprobenartigen Kontrollbesuchen rechnen. Zu einem Verbot von Großkaliberwaffen, wie sie von Elefantenjägern, Soldaten und Sportschützen eingesetzt werden, in Haushalten konnte sich die Regierung nicht durchringen: Der ursprüngliche Gesetzentwurf hatte ein entsprechendes Verbot vorgesehen, war aber bereits im Vorfeld entschärft worden. Allein das Mindestalter für das Schießen mit solchen Waffen wurde nun von 14 auf 18 Jahre hochgesetzt.